Reels und Kurzvideos: Reichweite aus dem Gastro-Alltag
Kurzvideos sind der Reichweitenmotor auf allen Plattformen – und die Gastronomie hat perfekte Voraussetzungen: Feuer, Bewegung, Handwerk, Menschen, Essen. Du brauchst kein Equipment, sondern einen Blick für Momente.
Warum Kurzvideos so gut funktionieren
Plattformen spielen Kurzvideos auch an Menschen aus, die dir nicht folgen – im Gegensatz zu Fotobeiträgen, die überwiegend Follower sehen. Ein gutes Reel erreicht in einer Stadt leicht 10.000 bis 50.000 lokale Nutzer. Für Gastronomen ist das die günstigste Neukundengewinnung, die es gibt.
Zehn Video-Ideen für jeden Betrieb
- 1Das Anrichten eines Gerichts von oben – 10 Sekunden, keine Worte
- 2Der Moment, in dem etwas in die Pfanne kommt (Ton an!)
- 3Zeitraffer: Vom leeren Gastraum bis zum vollen Abend
- 4Der Koch beantwortet in 15 Sekunden eine Gästefrage
- 5Warenlieferung: Was heute frisch kommt
- 6Vorher/Nachher: Rohe Zutaten und fertiges Gericht
- 7Team-Vorstellung in drei Sätzen
- 8„Das bestellen unsere Stammgäste am liebsten“
- 9Ein Getränk wird gemixt oder gezapft – nah und langsam
- 10Blick hinter die Kulissen: Was passiert um 9 Uhr morgens?
Technik: Mit dem Smartphone genügt
- Licht: Tageslicht am Fenster oder gleichmäßiges Küchenlicht; kein Gegenlicht, kein Blitz
- Stabilität: Ellbogen anlegen oder kleines Stativ; ruhige, langsame Bewegungen
- Ton: Originaltöne (Brutzeln, Zapfen, Schneiden) sind wertvoller als Musik – nah ans Geschehen
- Format: Hochkant (9:16), Linse vorher reinigen
- Nähe: Näher als du denkst – Details wirken stärker als Totalen
Aufbau und Schnitt
Die ersten zwei Sekunden entscheiden, ob jemand weiterschaut. Beginne mit dem stärksten Bild – dem Aufschneiden, dem Flambieren, dem Guss der Sauce – nicht mit dem Logo. Halte das Video kurz (7 – 20 Sekunden), schneide alle Pausen heraus und füge Untertitel hinzu, weil viele ohne Ton schauen. Ein kurzer Text im Bild („Unser Sonntagsbraten entsteht so“) gibt Kontext.
Schneide direkt in der Plattform-App oder in einer einfachen Schnitt-App. Perfektion kostet Zeit und wirkt oft weniger authentisch als ein ehrlicher Alltagsmoment.
Musik, Rechte und Frequenz
Nutze für Business-Accounts ausschließlich die lizenzierte Musikbibliothek der jeweiligen Plattform – kommerzielle Musik aus dem Privatkatalog kann zur Sperrung führen. Zeige Mitarbeiter nur mit schriftlicher Einwilligung, Gäste nur unkenntlich oder mit Zustimmung. Ein bis zwei Reels pro Woche sind ein realistisches Ziel; wichtiger als Menge ist, dass jedes Video einen klaren Moment hat.
