VertiefungTeil 1 von 3 · Delivery-Integration
Eigener Bestellkanal vs. Lieferplattformen: Provisionen, Reichweite, Kontrolle
Plattformen bringen Kunden – und nehmen dafür bis zu einem Drittel des Umsatzes. Ein eigener Bestellkanal spart Provisionen, braucht aber Aufmerksamkeit. Die richtige Mischung entscheidet über die Marge im Liefergeschäft.
2 Min. LesezeitAktualisiert: Herstellerneutral
Reichweite kaufen oder Marge behalten?
| Lieferplattform | Eigener Bestellkanal | |
|---|---|---|
| Reichweite | Hoch – Gäste suchen dort aktiv | Nur eigene Gäste, muss beworben werden |
| Kosten | Provision 13 – 30 % je Bestellung | Feste Gebühr, oft 30 – 150 € / Monat + Zahlungsgebühren |
| Kundendaten | Bleiben bei der Plattform | Gehören dir – Basis für Newsletter und Loyalty |
| Wettbewerb | Konkurrenz eine Zeile darunter | Keiner |
| Lieferung | Plattformfahrer verfügbar | Eigene Fahrer oder nur Abholung |
| Sinnvoll für | Neukunden, neue Standorte, Sichtbarkeit | Stammkunden, Wiederholungsbestellungen |
Die Kanalstrategie
Bewährt hat sich ein zweistufiges Modell: Plattformen als Akquisekanal, der eigene Shop als Stammkundenkanal. Ziel ist, dass ein Gast maximal ein- bis zweimal über die Plattform bestellt und danach direkt bei dir. Jede verlagerte Bestellung spart bei 30 € Bestellwert und 25 % Provision rund 7,50 € – bei 200 verlagerten Bestellungen im Monat 1.500 €.
Anforderungen an den eigenen Bestellkanal
- Kassenanbindung: Bestellungen laufen wie Plattformbestellungen automatisch in Kasse und Küche
- Mobil optimiert und ohne Registrierungspflicht
- Abhol- und Lieferzeiten mit Kapazitätsgrenzen
- Online-Zahlung mit gängigen Verfahren, optional Barzahlung bei Abholung
- Bestellbestätigung per E-Mail oder SMS mit Abholzeit
- Gutschein- und Rabattcodes für die Umlenkung von der Plattform
- Verknüpfung mit Google-Unternehmensprofil, Website und Social Media
Gäste in den eigenen Kanal holen
- 1Flyer mit QR-Code zum eigenen Shop in jede Plattformbestellung legen – mit Vorteil für die nächste Direktbestellung
- 2Bestell-Button auf dem Google-Unternehmensprofil auf den eigenen Shop richten
- 3Eigene Preise: Im eigenen Kanal etwas günstiger als auf der Plattform
- 4Loyalty-Programm nur im eigenen Kanal anbieten (Stempel, Punkte)
- 5Regelmäßig in Social Media auf den Direktbestell-Link hinweisen
Kennzahlen für die Strategie
- Anteil Direktbestellungen am gesamten Lieferumsatz (Ziel: steigend, langfristig über 40 %)
- Durchschnittlicher Bestellwert je Kanal
- Wiederbestellrate im eigenen Kanal
- Effektive Provisionsquote über alle Kanäle
- Einlösungsrate der Flyer-Codes
Herstellerneutral: In unseren Insights nennen wir bewusst keine konkreten Systeme oder Anbieter. Welche Lösung zu deinem Betrieb passt, klären wir gemeinsam in der Beratung.
