VertiefungTeil 1 von 3 · Reporting & Controlling

Die 10 wichtigsten Kennzahlen in der Gastronomie – mit Formeln und Richtwerten

Kennzahlen sind nur so gut wie die Entscheidungen, die sie auslösen. Diese zehn haben sich in der Praxis als die wirkungsvollsten erwiesen – für jede findest du Formel, Richtwert und den typischen Handlungsimpuls.

2 Min. LesezeitAktualisiert: Herstellerneutral

Umsatz- und Gästekennzahlen

KennzahlFormelRichtwertHandlung bei Abweichung
1. DurchschnittsbonNettoumsatz ÷ Anzahl Gäste (oder Bons)Konzeptabhängig; Trend beobachtenVerkaufsschulung, Kartenstruktur, Empfehlungen
2. GetränkeanteilGetränkeumsatz ÷ Gesamtumsatz30 – 40 % im RestaurantGetränkeempfehlung, Karte, Aperitif-Angebot
3. Umsatz je Sitzplatz-StundeUmsatz ÷ (Sitzplätze × Öffnungsstunden)Vergleich zwischen Tagen und ZeitenÖffnungszeiten, Sitzzeiten, Aktionen für schwache Zeiten
4. BelegungsquoteBelegte Plätze ÷ verfügbare Plätze je ZeitfensterAbendspitze 80 – 95 %Reservierungssteuerung, Marketing für schwache Slots

Kostenkennzahlen

KennzahlFormelRichtwertHandlung bei Abweichung
5. Wareneinsatzquote(Anfangsbestand + Einkauf − Endbestand) ÷ Nettoumsatz25 – 35 %Rezepturen, Lieferantenpreise, Schwund, Portionen prüfen
6. PersonalkostenquotePersonalkosten inkl. Inhaber ÷ Nettoumsatz25 – 35 %Schichtplanung nach Prognose, Produktivität je Bereich
7. Prime CostWareneinsatz + Personalkosten ÷ NettoumsatzUnter 60 – 65 %Wichtigste Gesamtkennzahl – wenn sie kippt, kippt der Betrieb
8. FixkostenquoteMiete, Energie, Versicherung, Abos ÷ NettoumsatzUnter 20 – 25 %Verträge prüfen, Umsatzbasis verbreitern

Ergebnis- und Steuerungskennzahlen

KennzahlFormelRichtwertHandlung bei Abweichung
9. Deckungsbeitrag je GerichtVerkaufspreis netto − WareneinsatzIn Euro betrachten, nicht nur in ProzentMenü-Engineering: Preis, Platzierung, Rezeptur
10. StornoquoteStornierter Umsatz ÷ BruttoumsatzUnter 1 – 2 %Prozesse, Schulung, Berechtigungen prüfen

Ergänzend solltest du die Liquidität im Blick behalten: Kontostand plus erwartete Einnahmen minus fällige Zahlungen der nächsten vier Wochen. Sie ist keine Verhältniskennzahl, aber die, an der Betriebe am häufigsten scheitern – auch profitable.

Kennzahlen richtig lesen

  • Immer netto rechnen – Umsatz ohne Mehrwertsteuer, Kosten ohne Vorsteuer
  • Trends sind wichtiger als Einzelwerte: Vergleiche mit Vorwoche, Vormonat, Vorjahr
  • Kennzahlen nach Bereich trennen (Küche/Service, Speisen/Getränke, Tageszeiten)
  • Richtwerte sind Orientierung – dein Konzept bestimmt den Zielkorridor
  • Eine Kennzahl allein erklärt nichts: Steigender Bon bei sinkender Gästezahl kann ein Warnsignal sein

Praxis-Tipp

Baue eine einseitige Wochenübersicht mit diesen zehn Werten, jeweils mit Vorwoche und Ziel. Wer sie jeden Montag anschaut, erkennt Probleme Wochen bevor sie in der Buchhaltung sichtbar werden.

Herstellerneutral: In unseren Insights nennen wir bewusst keine konkreten Systeme oder Anbieter. Welche Lösung zu deinem Betrieb passt, klären wir gemeinsam in der Beratung.
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Geschrieben vom Team von gastro-beratung.de

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