VertiefungTeil 1 von 3 · Loyalty & Kundenbindung

Digitale Stempelkarte, Punkteprogramm oder Cashback: Welches Modell passt?

Die Wahl des Modells entscheidet, ob dein Programm verstanden, genutzt und weiterempfohlen wird. Es gibt kein „bestes“ Modell – aber für jedes Konzept ein passendes.

2 Min. LesezeitAktualisiert: Herstellerneutral

Die drei Modelle im Vergleich

KriteriumStempelkartePunkteprogrammCashback / Guthaben
VerständlichkeitSehr hochMittelHoch
FördertBesuchsfrequenzBonhöhe und FrequenzWiederkehr, höhere Bons
FlexibilitätGering (ein Produkt)Hoch (viele Prämien)Hoch (Guthaben frei einsetzbar)
Aufwand PflegeGeringMittel (Prämienkatalog)Gering
Kosten planbarJaMittelJa (fester Prozentsatz)
Passt zuCafé, Bäckerei, Imbiss, MittagstischRestaurant, Bar, KettenSystemgastro, Lieferkanal, Kiosk

Stempelkarte: Einfachheit gewinnt

Die digitale Stempelkarte ist das Modell mit der höchsten Akzeptanz, weil jeder Gast sie sofort versteht. Sie eignet sich für Konzepte mit einem klaren Kernprodukt und hoher Wiederholungsfrequenz. Wichtig: Die Anzahl der Stempel bis zur Prämie sollte in vier bis acht Wochen erreichbar sein – bei täglichen Kaffeetrinkern sind 10 Stempel richtig, bei einem Restaurant mit zweiwöchentlichem Besuch eher 5.

Praxis-Tipp

Nutze den „Endowed Progress“-Effekt: Starte jede neue Karte mit zwei bereits gesetzten Stempeln. Gäste, die schon Fortschritt sehen, schließen die Karte deutlich häufiger ab.

Punkteprogramm: Flexibel, aber erklärungsbedürftig

Punkte pro Euro belohnen höhere Bons und lassen sich gegen verschiedene Prämien einlösen. Damit steuerst du gezielt: Doppelte Punkte am Dienstagabend füllen den schwachen Tag, Punkte auf Desserts steigern den Bon. Der Nachteil: Der Gast muss wissen, was ein Punkt wert ist. Halte die Umrechnung einfach („1 € = 1 Punkt, 100 Punkte = 10 € Prämie“) und die Prämienliste kurz.

Cashback und Guthaben: Klarer Wert

Bei Cashback erhält der Gast einen festen Prozentsatz (z. B. 5 %) seines Umsatzes als Guthaben für den nächsten Besuch. Der Wert ist sofort verständlich, das Guthaben liegt beim Gast – und verfällt, wenn er nicht wiederkommt. Das Modell eignet sich besonders für Selbstbedienung, Kioske und den eigenen Lieferkanal, wo die Gutschrift automatisch bei der Zahlung erfolgt. Achte auf die steuerliche Behandlung des Guthabens und eine klare Verfallsregel.

Entscheidungshilfe

  1. 1Welches Verhalten willst du fördern – häufiger kommen, mehr ausgeben oder zu bestimmten Zeiten kommen?
  2. 2Hast du ein Kernprodukt, das sich als Stempel eignet?
  3. 3Kann dein Team das Modell in einem Satz erklären?
  4. 4Ist die erste Belohnung innerhalb von zwei bis drei Besuchen erreichbar?
  5. 5Sind die Prämienkosten zum Wareneinsatz kalkuliert und tragbar?

Im Zweifel: Starte mit der Stempelkarte. Sie ist am schnellsten eingeführt und lässt sich später in ein Punktemodell überführen, wenn deine Gäste das Programm angenommen haben.

Herstellerneutral: In unseren Insights nennen wir bewusst keine konkreten Systeme oder Anbieter. Welche Lösung zu deinem Betrieb passt, klären wir gemeinsam in der Beratung.
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Geschrieben vom Team von gastro-beratung.de

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